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Es war Novembermond mit leichter Schneedecke und schwachem Frost. Der Sinn stand mir nach Sauen. Es war nicht zu hell, genau richtig. Ich war mir meiner Sache sicher. Ich hockte auf einer geräumigen Kanzel, vor der ein kleiner Wildacker liegt. Ringsherum sind Stangenhölzer, und der leichte Frost ließ jeden Tapser unnatürlich laut in den Stangen erscheinen. Links von der Kanzel verlief, von mir gut einzusehen, ein Stichweg zu einem höher gelegenen Wirtschaftsweg. Die Zeit verging, jeder Hase und jedes Reh suggerierten anwechselnde Sauen, alle Sinne angespannt, wurde es so nicht langweilig. Zuerst im Unterbewusstsein, dann jedoch sehr deutlich, hörte ich schwere Tritte oben vom Stichweg kommend. Im Glas konnte ich nichts erkennen. Das kann nur eine einzelne Sau sein, schoß es mir durch den Kopf. Vorsichtig brachte ich die Büchse in Anschlag, das Licht war bestens.
Zog das Stück auf dem Weg, konnte nichts schief gehen, Ruhe! Dann wieder langsame Tritte.
Die Sau musste im oberen Bereich des Weges sein. Ganz eindeutig! Wieder Trittgeräusche, sie zogen fort vom Weg. Glas hoch, nichts! Glas runter. Hinterher war mein Gedanke. Leise verließ ich den Hochsitz und pirschte unter Wind den Stichweg hinauf, immer besorgt so wenig Lärm wie möglich zu machen. Näher kommend verstärkten sich die Geräusche. Ich war bis zum Zerreißen gespannt, so dicht musste das Stück sein. Da kam um die Ecke biegend, nunmehr flott ausholend , ein Mensch auf mich zu. Fast schmerzlich laut hallten seine Schritte auf dem überfrorenen Weg. Luft ablassend schulterte ich meine Büchse, lehnte mich an einen Baum und vergrub frustriert meine Hände im Lodenmantel. Der nächtliche Spaziergänger war mittlerweile auf ein paar Meter heran, er musste mich nun auch sehen. Ich schickte mich an, ihm die Tageszeit, sprich Nachtzeit zu bieten. Aber er hing stramm in der Fährte und machte keine Anstalten, seine Gangart zu ändern.
Aufgrund der Tatsache, dass er bei Einhaltung seines Kurses mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über meine gekreuzten Stiefelspitzen gestolpert wäre, entbot ich ein freundliches „Guten Abend!“ Das hätte ich nicht tun sollen.
Ich war ebenfalls erschrocken ob dieser Reaktion, und es tat mir Leid, das ich den armen Tropf erschreckt hatte. Jetzt stand der Mensch wieder, verhoffte. Nachdem ich mich dem schlotternden Herrn, um einen solchen handelte es sich nämlich, zu erkenn gegeben hatte, kam er zögernd wie ein nachzeihender Pointer mit weit vorgestrecktem Haupt langsam näher.
Meine entschuldigenden und beruhigenden Worte, das er es nicht mit Luzifer zu tun habe, bewirktem spürbare Erleichterung bei meinem Gegenüber. Ich klärte ihn auf, warum ich hier war und er sagte mir seinen Grund. Nichts wäre schöner, als in einer solchen Mondnacht den Wald zu durchwandern. Siehste! Meine Frage, warum er Anfangs so bedächtig durch den Wald gekommen wäre, beantwortete er damit, dass er Geräusche im Stangenholz gehört hätte, ab und zu stehen geblieben war, um eventuell Wild in Anblick zu bekommen.
Als ich ihm schilderte, dass ich meinerseits auf ein Wildschwein aufgrund seiner verhaltenen Fortbewegungsart gehofft hatte, lachte er herzlich. Ich schloss mich dem an. Wir trennten uns, jeder dem anderen das Beste wünschend, in einträchtiger Weise, nicht ohne ihn vorher allerdings nach darauf hinzuweisen, bei seinen nächtlichen Spaziergängen unbedingt die Wege einzuhalten.
Er versprach die hochheilig.
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